Manche Dinge sind einfach zu vorhersehbar, gell?
Und der US-Präsident sprach sich entschieden für eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU aus. Dadurch würde das Land gut verankert in Europa.
War allerdings auch nicht zu schwer. Deswegen für die Weichgespülten unter unseren Lesern gerne noch einmal spontan und kurz die schönsten Argumente gegen einen Beitritt der Türkei zur EU (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
Demokratische Defizite. Dabei geht es primär um den Einfluss des Militärs. Ob der wirklich gebannt ist, darf bezweifelt werden. Und die Verweigerungshaltung der Türkei im Streit um den neuen NATO-Generalsekretär verheißt zudem nichts Gutes für die zukünftigen diplomatischen Usancen aus Ankara.
Minderheitenrechte. Weil es diese zumindest für die Kurden nicht gibt.
Religionsfreiheit. Wie sieht es mit den Rechten und der Situation der Aleviten aus?
Geographische Lage. Dafür kann kein Lanf etwas. Aber wie angenehm ist es, Regime wie Syrien oder den Iran als direkte Nachbarn der eigenen Staatengemeinschaft zu haben?
Sicherheitspolitik. Mag ja sein, dass die Türkei Alleingänge und eigenmächtige Grenzübertritte in südöstliche Nachbarstaaten als innere Angelegenheit betrachtet. Schön für die Türkei. Das macht sie schon in der NATO zum Risikofall. Dabei sollte man es dann auch belassen.
Wirtschaftliche Rückständigkeit. Meiner Meinung nach war die erste Osterweiterung bereits ein Fehler. Spätestens mit Rumänien und Bulgarien hörte der Spaß aber auf. Warum sollten wir uns dann noch die Türkei ans Bein binden?
Armenien. Ist ein schönes Beispiel für das seltsame Geschichtsbild der Türkei. Der Völkermoird an den Armeniern 1915 bis 1917 bleibt seltsamerweise ein Tabu.
Zypern. Ãst vielleicht streng genommen eine außertürkische Angelegenheit, fällt diplomatisch aber unter “unterlassene Hilfeleistung”. Immerhin, in Zypern bewegt sich etwas, aber mit Unterstützung aus Ankara ginge manches sicher schneller.
Kultur. Ich möchte hier nicht darauf herumreiten, dass Europa christlich und die Türkei moslemisch geprägt sei, ernsthaft beiseite wischen kann diesen Einwand aber auch niemand. Da gibt es einige aktiv praktizierte muslimische Traditionen, die höchstens der rot-rote Senat von Berlin für eine kulturelle Bereicherung hält.
Brückenkopf-Blödsinn. Ob die Araber den Türken wegen des Osmanischen Reichs immer noch nachtragend sind, weiß ich nicht. Aber wer sich die Türkei und andere muslimisch geprägte Staaten anschaut und dann etwas von Brückenkopffunktion der Türkei faselt, wird auch die Coffeeshops in Amsterdam zum Brückenkopf zu bayerischen Biergärten erklären. Oder er/sie heißt Claudia Roth.
Postscriptum: Nein, hier ist nicht PI, und natürlich ist dieser Artikel sogar auf einer Linie mit Frau Merkel und Herrn Sarkozy, und genauso natürlich ist die Überschrift ironisch gemeint. Es wird kein Sozi gezwungen, darüber zu lachen. Versprochen.