Dumm, wenn man glaubt, man mache ein neues Logo, und alles würde gut. Oder: typisch SPD halt.
Via.
Dumm, wenn man glaubt, man mache ein neues Logo, und alles würde gut. Oder: typisch SPD halt.
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Nein, es ist eigentlich keine Meldung im ohnehin dünnen Strom dieses Weblogs wert. Aber dieses kindische Verhalten ist eines der Urprinzipien der Sozialdemokratie – da muss halt einfach der Fingerzeig her.
Gerade die SPD (aber auch andere Parteien) bedient sich gerne des vermeintlichen Kniffs, etwas umzubenennen und dann so zu tun, als sei es etwas völlig Neues und Anderes. Schönes aktuelles Beispiel: Schäfer-Gümbel ist angeblich neu, es steckt aber inhaltlich zu 99 % Ypsilanti dahinter.
Vielleicht will die SPD ihren Kanzlerkandidaten auch einfach von seinen Altlasten reinwaschen: Schröder-Chaos unter Kanzleramtsminister Steinmeier, der Fall Murat Kurnaz, der BND-Ausschuss, das Trällern mit Muhabbit. Oder es ist eine perfide Rache an Jürgen Walter, einem der letzten Demokraten der SPD.
Der Grundgedanke ist sehr simpel: Wir benennen unseren großen Vorsitzenden um, und schon laufen uns die Wähler in Scharen zu. Vergessen Zitterbeck und Lügilanti. Als ob zwei Silben eines Vornamens eine Wahl beeinflussen könnten. Für wie dumm hält die Sozialdemokratie eigentlich den Souverän?
Denkt man diesen Trick von Marketing-”Experten” konsequent weiter, so stehen wir bald vor einigen neuen Namen. Dann wird unsere Kanzlerin exklusiv in den fünf neuen Ländern als Mandy Merkel beworben, weil das angeblich garantiert 2,56 Prozent mehr bringt.
Ehrlich gesagt: neue, prägnantere Inhalte für die Union wären mir lieber…
Das Kreuz mit der hysterisierten und methodisch stalinisierten Hessen-SPD ist ein Dauerbrenner. Aber auch wenn das Land Hessen demnächst für zumindest eine Legislaturperiode zur Ruhe kommen wird (und an dieser Stelle trotzdem die Warnung, dass diese Landtagswahlen kein Selbstläufer sind, selbst wenn der hessische SPD-Spitzenkandidat alles tut, um möglichst schlecht dazustehen): das Geeiere und Getue der hessischen Sozen scheint nur ein kleiner Vorgeschmack auf die Zukunft der SPD.
Da wäre der Einfall mit der Zwangsanleihe für Reiche – anstatt ordentlich und anständig Politik zu machen, spielt die SPD – zur Unzeit – auf ultralinken Populismus und fördert eine Neiddebatte, um sich bei der Linken anzubiedern (ein weiteres Stichwort sind “Konsumgutscheine”). Die Tumbheit des vermeintlichen Spitzenkandidaten halte ich für weniger bemerkenswert als die Annahme, dass Hessen – “ist ja eh alles verloren” – Versuchsfeld für wahlkämpferische Inhalte und Methoden ist, denn 2009 werden ja bundesweit die Karten neu gemischt. Steinmeier hat ja erst vor ein paar Tagen gemeint, dass man die CSU ja quasi kalt aussperren könnte. Das ist rotes Demokratieverständnis. Vielleicht sollten Unionspolitiker in Nebensätzen öfter auf die unselige Rolle des Noch-Außenministers als Schröders Mann fürs Grobe und Dreckige anspielen. Es gibt keinen Grund, ihn mit verbalen Samthandschuhen anzufassen, schließlich toleriert er ja auch gemeinsam mit Müntefering die Ansagen zu Rot-rot-grün. Saarland und Thüringen lassen grüßen.
Ironie der Zeitgeschichte, dass gerade einer der engsten Schröder-Vertrauten sich von den Linken seiner Partei willenlos vor sich her treiben lässt. Gerhard Schröder hätte – bei aller fundamentalen Kritik an seiner Politik – diese Zustände kaum zugelassen.
A propos Tumbheit des Spitzenkandidaten: Von seltsamen außenpolitischen Ansichten wollen wir dann doch nicht schweigen – im Schäfer-Lümmelschen Partykeller wird im Sinne der “internationalen Solidarität” sicher auch mal auf das Wohl von ETA, Hamas und PKK angestoßen. Na prima.