..nicht nur humorlos, sondern auch noch arrogant. Ein Schnösel oder vielleicht insgeheim doch ein Herrenmensch, der am liebsten mit der Bundeswehr in die Schweiz einmarschieren würde, um Heidi zu befreien?
Ein Leserbrief eines SPD-Wählers auf der AdG:
Sie – die SPD insgesamt – interessieren sich offensichtlich überhaupt nicht mehr dafür, was die Menschen in diesem Land beschäftigt! Welche Ängste und Nöte sie haben. [...] Es ginge mir darum, dass Sie – bzw. die SPD – überhaupt einmal die Frage stellen: Warum haben die Schweizer mehrheitlich so entschieden? Warum scheint es auch in unserem Land viele Menschen zu geben, die diese Entscheidung gutheißen und genauso entschieden hätten, wenn Sie dürften.
Ist halt nicht so leicht, Volkspartei zu sein, aber solange er einen sicheren Listenplatz hat, kann der Herr Edathy auch mit 15 % leben. Hauptsache, er wird morgens von keiner Radiostation angerufen.
edathy, schweiz, spd
Weil die Debatte langsam öde und recht doppelbödig bis bigott ist und gerade die Multikulti-Anhänger bis weit in die SPD hinein ideologisch (falls man das als Ideologie bezeichnen möchte) verblendet sind.
Clemens Wergin in der Welt:
Wer aber die Religionsfreiheit nur für sich entdeckt, um am Beispiel Schweiz politische Gesinnung zu beweisen, sei darauf hingewiesen, dass es weit dringlicher ist, diesem Menschenrechtsprinzip überall dort zum Durchbruch zu verhelfen, wo es wirklich im Kern gefährdet ist. Und das betrifft eben gerade weite Teile der muslimischen Welt.
Oder aber Bernd Zeller:
Selbst wenn man es für stichhaltig hält zu sagen, die Situation woanders kann nicht der Maßstab für unsere Grundrechte sein, muss man doch fragen, woher Erdogan und Konsorten die Unverschämtheit nehmen, der Schweiz Faschismus vorzuhalten, ohne die Gegenfrage zu bedenken: Und was ist das dann bei euch?
freiheit, islam, schweiz
Endlich haben Massen beleidigter Moslems einen neuen Sündenbock gefunden, zumal die Flagge der Schweiz ja gleich zwei Anlässe gibt, sie öffentlichwirksam vor den Zäunen westlicher Botschaften zu verbrennen. Untergang des Abendlandes sozusagen.
Wie intolerant, möchte man meinen. Wirklich? Es ging jedoch nur um den Bau von Minaretten, nicht von Moscheen. Die Freiheit der Religionsausübung bleibt also gewahrt, oder gehört das Minarett so zwingend zu Allah wie das Vaterunser zum christlichen Glauben? Wohl kaum.
Den geifernden Kritikern der Entscheidung des Schweizerischen Souveräns seien mehrere Punkte entgegengehalten:
- Wie war das noch mit der Christenverfolgung in der Türkei und in Ägypten? Meinen die hiesigen Kultuexperten wirklich, durch ein buckelndes Verhalten gegenüber einer absoluten Minderheit diese Situation zu verbessern? Oder darf man dadurch einen stärkeren Willen zur Integration in die deutsche Kultur erwarten? Worauf stützt sich diese Annahme? Zumal Christen in arabischen Ländern in Tränen vor Glück ausbrächen, hätten sie die gleiche Religionsfreiheit wie Moslems hierzulande (oder eben auch in der -Schweiz).
- Man stelle sich vor, ein Minarett sollte sich gleich neben dem Kölner Dom erheben. Oder neben der Frauenkirche in München. Gäbe es dann – aus Sicht unserer multikulturellen Freunde – einen rationalen Grund, das abzulehnen? Sicherlich hätte dann auch die Geduld eines SPD-Baurats ein Ende, aber billige baurechtliche Tricks verfangen irgendwann nicht mehr. Ohnehin ist die Beteuerung einiger Freunde moslemischer Kultur, man würde ein Minarett – ob mit oder ohne Muezzin – auch in der eigenen Nachbarschaft ganz gerne sehen, ganz und gar nicht voll zu nehmen.
- Der Streit in der Schweiz schwelte auch darum, dass Minarette Machtsymbole sind, in letzter Konsequenz genauso wie Kirchtürme, aber die sind ja auch integraler Bestandteil unserer christlichen Kultur. Ernsthaft: Warum solte man dieses Privileg – mit dem ja immerhin das Bild einer Stadtlandschaft geprägt wird – einer Minderheit von rund fünf Prozent der Gesamtbevölkerung einräumen?
Aber auf solche Fragen finden diese Multikultiphilosophen nur ungerne eine Antwort.
europa, islam, schweiz