Mir fehlt gerade die Zeit, mich weiter reinzuhängen, deswegen nur ein paar Sätze zu den Vorstellungen der Grünen und der FDP.
Die Grünen überraschen ja immer wieder. Da rede ich ja erst gar nicht von der Reizfigur Claudia Roth. Mit dem gerade verabschiedeten Wahlprogramm gehen die Grünen ja gerade wieder auf die Wähler zu, die sie ab 1998 systematisch verschreckt haben. Arg spannend, denn die Klientel, denen sich die Grünen seit 1998 zugewandt hat, kann mit den aktuellen programmatischen Aussagen kaum etwas anfangen. Ich wage zu bezweifeln, dass dieser Schwenk durchdacht war, denn man verprellt die seit 1998 erschlossenen Wählerschichten, während den älteren, verprellten Wählerschichten das rot-grüne Debakel noch zu frisch in Erinnerung ist.
Im schlimmsten Fall droht also ein großes schwarzes (demoskopisches) Loch die Grünen zu verschlucken. Das Gehampel mit Mindestlohn und Reichensteuer ist anbiedernd, für die gesamte Partei entwürdigend und hat was von einer Komödie: Während SPD und Linkspartei zart errötet vor dem gemeinsamen Ehebett an den Laken zupfen, und sich leidenschaftliche Gedanken über ein romantisches Tête-à -tête machen, wirft sich die grüne Partei mit aller Wucht auf die Matratze und macht die Beine breit. Na toll.
Die FDP dagegen versucht ja quasi alles, um jetzt bloß keinen Fehler zu machen. Schön, soll sie nur. Leider war Guido Westerwelle so verwegen, die Ampel-Koalition dann vielleicht doch nicht ganz ausschließen zu wollen. Hallo? Ist da jemand?
Ich kenne ja die Anzahl der Tassen im Schranke des Herrn Westerwelle nicht, aber vielleicht sollte er doch einmal nachzählen: Wenn man sich die aktuellen programmatischen Inszenierungen von Rot und Grün anschaut, dann liegt die politische Schnittmenge in einem Bereich, der den politischen Gestaltungsbereich quasi auf Null setzt. Für ein Frühstücksgespräch sollte es reichen, aber mehr …?
Wer Schwarz-Gelb möchte, sollte also nicht unbedingt Gelb wählen…



