Leider bin ich gestern nicht dazu gekommen, diesen Jahrestag zu würdigen. Man sollte sich an und um einen solchen Tag immer wieder einige Aspekte in Erinnerung rufen:

  • Der Mauerfall war trotz des einen oder anderen Zufalls im Ablauf des 9. Novembers 1989 die logische Konsequenz in erster Linie des wirtschaftlichen Bankrotts des sozialistischen Systems, aber auch des wachsenden Drucks gegen die Unfreiheit.
  • Es war nicht der (angeblich) “humane” Kommunist Gorbatschow, sondern der politische und wirtschaftliche Druck unserer amerikanischen Freunde, der zum Einsturz des Systems beitrug (siehe auch dort).
  • Auch am Abend des 9. November hätte es zu gewaltsamen Aktionen des Regimes kommen können. Die gleichen Leute, die diese Aktionen wahrscheinlich verteidigt oder sogar gut geheißen hätten – und die 1989/90 als Konterrevolution verachten, sitzen heute für die Mauerschützenpartei SED-PDS-Linke in den Parlamenten. Manchmal sogar in den Landesregierungen.
  • Zu erwähnen wäre auch noch das Zaudern der Sozen, die sich zunächst gegen die Wiedervereinigung stellten und sich für eine Zwei-Staaten-Lösung stark machten. Die Sozialdemokraten haben dieses historische  Scheitern bis heute noch nicht aufgearbeitet.
  • Oder weisen wir auch auf die freien Demokraten hin. Heute wird gerne auf die Balkonszene mit Hans-Dietrich Genscher in der Prager Botschaft verwiesen. Vergessen wird dabei, dass sich der Außenminister bei der Wiedervereinigung gerne als Bremser, nicht als Schaffner betätigte.
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Wer sich näher mit den schicksalhaften Monaten beschäftigt, in denen unsere Nation wieder vereint wurde, weiß es ohnehin, vorausgesetzt, er hat objektive Quellen konsultiert. Denn Michail Gorbatschow war mitnichten der Macher der deutschen Einheit, “kein Treiber, sondern ein Getriebener” war, musste jetzt auch Eduard Schewardnadse feststellen. Deutsche Einheit nicht zuletzt dank SDI.

Gorbi, Gorbi, Gorbi? Nein: Ronald Reagan, Johannes Paul II. und erst am Schluss kommt Michail Gorbatschow. Ein Vierteljahrhundert später räumen das sogar die Besiegten ein. Nur die Deutschen haben es noch nicht kapiert.

Malte Lehming kommentiert.

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Dabei geht es um eine Broschüre mit einem Lied (von vielen), in dem es heißt: “Voraus die Kameraden, im Kampf sind wir allein. So stoßen wir tief in die feindlichen Reih’n.”. Wirklich ein schrecklicher Text, gell? Hätte ohnehin kaum jemand gesungen, wären nicht die politisch korrekten Häscher jenseits der politischen Mitte darauf gestoßen.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Stephan Braun ärgert sich über die “kriegsverherrlichenden Zeilen” und sagte: “Das kann kein Mensch mit klarem Verstand und gutem Gewissen singen.”

Stuttgart: CDU stoppt Liederbuch mit Wehrmachtstext

Das an sich böte ja kaum Nachrichtenwert, sieht man vom wenig standhaften Einknicken ab. Warum die baden-württembergische CDU nicht einfach mit den Schultern zuckt, kann ich nicht verstehen.

Denn sehen wir uns mal etwas so Unverfängliches wie Brüder zur Sonne, zur Freiheit an. Klar, alte sozialdemokratische Tradition, in der man ja auch nur von der “letzten Schlacht” träumt oder in der letzten Strophe “Dem Kommunismus [hie und dort auch: Sozialismus] Zur Ehre, Ihm Sei In Zukunft Die Macht!”. Gut, diese Strophe wird heute zumindest bei den Sozen (offiziell) nicht mehr gesungen, könnte sich aber nach den derzeitigen Avancen der Sozen vielleicht bald ändern. Werden dann Christdemokraten und -soziale abgeschlachtet? Die Beispiele für nicht zeitgemäße Texte ließe sich anhand einer Vielzahl von Arbeiterliedern beliebig fortsetzen.

Warum dann dieser Kulturkampf?

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Über die Familie Strauß sind viele Halb- und Unwahrheiten im Umlauf, im positiven wie im negativen Sinne. Nicht nur aus diesem Grund ist es erfreulich, dass ein Mitglied der Familie jetzt aus erster Hand die letzten zehn Jahre des Vollblutpolitikers FJS Revue passieren lässt.
Das Buch ist einerseits ein sehr persönlicher Bericht, der es gerade deswegen auch vermag, Mythen zu entzaubern und einige politische Linien zu ziehen.
Sei es die Bewertung diverser Bundespolitiker der späten 70er und der 80er Jahre, sei es die Kritik an Pressekampagnen, v.a. der Süddeutschen Zeitung und dem Spiegel, gegen Franz-Josef und Max Strauß. Nicht zu vergessen die Schäbigkeit der Münchner SPD, als FJS die Ehrenbürgerwürde der Stadt München verliehen wurde. Interessanter wird es auch dort, wo Leitung und der Wirtschaftspoltiik der CSU nach dem Tod des Vaters kritisert werden.
Auch wenn hier und dort der Autor allzusehr abzuweichen droht – lesenswert ist das Buch allemal. Franz Georg Strauß schafft es, die Zeitgeschichte von 1978 bis 1988 zumindest in Ansätzen wieder lebendig werden zu lassen. Wer sich dieses Dokument der Zeitgeschichte nicht entgehen lassen möchte, solle hier klicken.
(Disclaimer: das ist ein gesponserter Link – wer das Buch über diesen Link erwirbt, unterstützt damit indirekt die CSU, weil alle Provisionen centgenau an die CSU gespendet werden).

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