Hier gefunden habe ich den Hinweis auf ein Interview mit der SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft, ob ihres arg kreativen Umgangs mit dem eigenen Lebenslauf auch gerne “Kraftilanti” genannt.
Es sei dieser Frau unbenommen, für ihre Inhalte zu streiten. Erschreckend sind für mich sowohl die radikalisierten Inhalte (Einheitsschule, Festhalten an der unsauberen und teuren Kohleenergie, halbgare Ablehnung der NRW-Linken), die mit einem unvergleichlichen Autismus vorgetragen werden, genauso wie die felsenfeste Überzeugung, man werde ja Ministerpräsidentin sein, als ob die Betonung, das schlecht gespielte Charisma und die vorgegaukelte Selbstsicherheit die inhaltliche Erosion der Sozialdemokraten ausgleichen könnten, die eher auf eine paranoide Persönlichkeit, eine Mischung zwischen Andrea Ypsilanti und Oskar Lafontaine hindeuten, als auf eine ernstzunehmende politische Kraft. Der Hinweis auf eine nicht koalitionsfähige NRW-Linke wird im Mai ohnehin eventuell zur Makulatur werden.
Was ist nur aus der SPD-NRW geworden? Vielleicht reißt ja nochmals der Clement Wolfgang vom Leder. Der wird über seine Nachnachfolgerin einiges denken.
..nicht nur humorlos, sondern auch noch arrogant. Ein Schnösel oder vielleicht insgeheim doch ein Herrenmensch, der am liebsten mit der Bundeswehr in die Schweiz einmarschieren würde, um Heidi zu befreien?
Sie – die SPD insgesamt – interessieren sich offensichtlich überhaupt nicht mehr dafür, was die Menschen in diesem Land beschäftigt! Welche Ängste und Nöte sie haben. [...] Es ginge mir darum, dass Sie – bzw. die SPD – überhaupt einmal die Frage stellen: Warum haben die Schweizer mehrheitlich so entschieden? Warum scheint es auch in unserem Land viele Menschen zu geben, die diese Entscheidung gutheißen und genauso entschieden hätten, wenn Sie dürften.
Ist halt nicht so leicht, Volkspartei zu sein, aber solange er einen sicheren Listenplatz hat, kann der Herr Edathy auch mit 15 % leben. Hauptsache, er wird morgens von keiner Radiostation angerufen.
… das ist gut, und Koch ist noch da, das ist noch besser, die Erde hat sich entgegen der Vorhersage führender Sozen nicht unter ihm aufgetan. Selbst die heute-Sendung lief wie gehabt. Die Mainzelmännchen sind auch nicht vom Schlag getroffen worden. Komisch, oder?
Der schönste und netteste Nachruf im Voraus kam schon gestern vom Bettina Röhl (via), schließlich müssten die echauffierenden Genossen wissen, dass die Zustände beim ZDF im Gegensatz zum WDR-Rotfunk ja recht demokratisch sind. Man könnte ebenso das ZDF mit der BRD und den WDR mit der DDR vergleichen, aber bitte, das wäre zuviel des Sarkasmus, das verpacken die meisten Sozen ja nicht, zumindest nicht seit der letzten Bundestagswahl.
Es gibt immer mehr Leute, die im Reichtum leben. Das ist ja eine Entwicklung, die nicht gut ist.
Mein Gott, die Frau will Anwältin sein oder so etwas. Vielleicht sollte sie doch besser in die Hotline einer Rechtschutzversicherung gehen, da bleibt das Gespräch ja auch unverbindlich?
Letzten Endes nur ein beschämendes Zeugnis für das Personal der Sozialdemokratie. Die SPD hätte Besseres verdient.
Die Welt zeigt auf, was derzeit in Brandenburg geschieht.
In Brandenburg kandidieren acht Zuträger der DDR-Staatssicherheit auf den Listen der Linkspartei für Bundes- und Landtag. Eine derart hohe Zahl gibt es in keinem anderen Bundesland. Dass die SPD darüber nachsichtig hinwegsieht, hat Tradition: Der langjährige Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) pflegte auch Stasi-Kontakte.
Normalerweise muss ja schon viel geschehen – oder gerade eben nicht mehr soviel, damit die ARD einen Brennpunkt nach der Tagesschau anberaumt. Gestern durfte Sigmar Gabriel eine Viertelstunde lang das Ampelmännchen für die Sozialdemokratie spielen.Dabei saß er so kerzengerade auf seinem Stühlchen, als ob seine Spin Doctors zentnerweise Zement in den designierten Großen Vorsitzenden geschüttet hätten.
Die Aussage, dass die Linke kein Tabu sein dürfe, hat dann auch schon gereicht. Anscheinend kann und will die SPD nicht kapieren, wo das Problem liegt. Bei aller Antipathie hätte ich Sigmar Gabriel ein wenig mehr Intelligenz zugetraut.
Schade. Vielleicht überlegt sich die ARD ja demnächst besser, ob sie weiterhin dieser aus eigener Dummheit marginalisierten ehemaligen Volkspartie ihre wichtigsten Sendeminuten schenken möchte (sekundenlang – und sicherlich instinktiv – hatte man sich ja einen Bericht zu den Koalitionsverhandlungen gewünscht).
…oder was Sie schon immer mal über Sigmar Gabriel wissen wollen, Wolfram Weiner sagt es hier:
Sigmar Gabriel wird – getrieben von der angsterfüllten Stimmung in der Partei – die Achse der Macht nach links verschieben und die Revision der Agenda-Politik organisieren. Er wird die Metamorphose zum Linkspartei-Double einleiten, und wenn das irgendwann grandios scheitert, dann kann er die SPD mit der legendären Lothar-Matthäus-Weisheit trösten: «Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken!»
Den einzigen Vorteil an Sigmar Gabriel sehe ich darin, dass er dem Seeheimer Kreis angehören soll und nicht so hysterisch-hormonell gesteuert ist wie die SPD-Parteilinke. Sollte es seiner Regie zu verdanken sein, dass Platzeck und Matschie die Ex-SED in die Wüste geschickt haben, soll es nur recht sein.
Die fast gleichzeitige Nominierung von Andrea Nahles als Generalsekretärin ist aber etwas, was nichts Gutes hoffen lässt: sie wird nichts unversucht lassen, um den designierten Parteivorsitzenden politisch zu blamieren und die Wowereit-Edathy-Ypsilanti-Fraktion zu stärken. Wenigstens ist sie sicher nicht so langweilig wie Hubertus Heil und bietet uns Konservativen eine schön breite Angriffsfläche.
Die Wahl ist noch nicht durch und deswegen sollte man nicht unken.
Aber einmal angenommen, es gibt keine Neuauflage der GroKo – denn auch das will ja anscheinend wirklich niemand, außer Peer Steinbrück, aber gut, der hat ja auch einen seltsamen Akzent, muss wohl daran liegen.
Was passiert dann eigentlich mit diesem Kandidaten, den niemand will und in einigen Monaten wohl auch niemals wollte?
Nach dem Saarland und dem “Erfolg” des psychologisch mehr als zu bedauernden Matschie in Thüringen werden dann wohl die Kräfte in der SPD erstarken, die gerne bereit sind, für ihre Machtfülle auch ein, zwei oder drei Mauerschützen, K-Gruppen-Kader und Salonstalinisten in den Arm zu nehmen. Es werden die Nahles, Edathys und Wowereits sein, die den Tabubruch auf Kosten der Leistungsträger zelebrieren werden. Ein Hohefest der Vollkaskomentalität, denn wer nicht leistet, kann ja immer noch fordern.
Dann werden wahrscheinlich nicht nur Gymnasialplätze, sondern auch Ministerien verlost, zumindest nach der dann folgenden Wahl, denn als Volksfront können SPD und Linke ja wunderbare Forderungen aufstellen. Die Dämme in der SPD werden brechen, und Leute wie Steinmeier, Müntefering, Steinbrück, welche die Agenda 2010 gebaut und anschließend hin- und herlaviert haben, werden dann als traurige Gestalten wohl in den Abguss der sozialdemokratischen Geschichte gespült werden.
Vielleicht wird ja bei Gazprom noch ein Sesselchen frei.
Man muss Frau Schmidt ein gewisses Beharrungsvermögen zusprechen, schließlich haben andere Politiker schon bei kleineren Vergehen die Segel gestreckt. Immerhin wird sie sicher die Selbstironie aufbringen, demnächst jeden ihrer Wahlkampfauftritte mit Janis Joplins “Mercedes-Benz” einläuten zu lassen.
Wenn wir einmal ethische Gesichtspunkte (und das sind ja nun einige…) außen vor lassen, so weise ich gerne auf einen Nebenkriegschauplatz hinweisen, nämlich die Wikipedia. Das vermeintlich neutrale Organ des allgemeinen Wissens löscht nämlich – scheinbar mehrfach – Hinweise aus dem Absatz Kritik, nämlich einmal zu einer ihren früheren Neberntätigkeiten als Studentin und eben zu dieser Dienstwagenaffäre der ehemaligen KBW-Aktivistin, angeblich wegen mangelnder Relevanz. Hört, hört!
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Meines Wissens genießen CSU-Politiker diesen Bonus nicht. Immerhin kann man den Vorgang in der Diskussion nachlesen.
Lebensläufe und -geschichten in NRW haben so ihre eigene Dynamik…
Nachtrag: die Entlassung einer Ministerin, für die es – wäre sie ein Auto – schon die Abwrackprämie gäbe, wäre ja auch ein schönes Signal für bessere, andere Zeiten nach dem 27. September…