Das mediale Echo auf den “Rechtspopulisten” Geert Wilders in Deutschland ist erschreckend. Da werden jetzt alle linksextremen “Faschismusforscher” vor die Kameras gezerrt und dürfen ihre halbgaren Analysen in die Kamera stottern. Was für ein Schmarrn. Was fällt uns zum “Phänomen Wilders” ein?
- Die etablierten Parteien – das heißt vor allem die niederländischen Christdemokraten – sind unfähig, den rechten Rand der Gesellschaft zu integrieren. Will heißen, sie sind nicht in der Lage, das Unwohlsein über eine Islamisierung (ob es sie nun gibt oder nicht) und Parallelgesellschaften (die bereits bestehen und Grundlage einer Entfremdung und somit auch einer Islamisierung sind) zu kanalisieren und durch eine entsprechende Politik einzudämmen.
- Wenn man nicht gerade CSU-Mitglied ist und mit Linksextremen sinnloserweise in irgendwelchen “bunten” Bündnissen Nonsens debattiert, dann sollte einem als CSU-Mitglied aufstoßen, dass hier eine politische Persönlichkeit in den Niderlanden marginalisiert wird, deren programmatische Eckpunkte in weiten Teilen der CSU heimlich oder weniger heimlich geteilt werden. Würde die heutige CSU profilierter und offensiver auftreten – nach dem Motto “Schluss mit lustig!”, meinetwegen so kraftvoll und derb wie Strauß in den 70ern – und das Führungspersonal kernig und mutig genug sowie mit einem entsprechenden Charisma sprechen und handeln – würde die Presse von der SZ über den Spiegel und den Stern bis zur taz die CSU-Spitze als “Rechtspopulisten” und neue Nazis ausmachen (aber das mit den 50 +x ginge dann sicher wieder). Bei Franz-Josef Strauß wurde schließlich auch gerne die Nazikarte gezogen (der hat als Revanche Journalisten als “Ratten und Schmeißfliegen” betitelt).
- In puncto Wilders wird vermutet, gedeutet, geheuchelt. Mit seinen politischen Zielen und vor allem dem Versagen der etablierten Parteien, volkstümliche Politik zu machen, befasst sich niemand. Vermutlich, weil sich Parallelen zu Deutschland auftun könnten. In der Tat wächst vor allem in den Metropolen das Unwohlsein über die immer stärker Segmentierung der Gesellschaft und die optisch immer stärkere Präsenz des Anderen. Multikulti ist gescheitert – einige Grüne geben das hinter vorgehaltener Hand schon zu – aber die Folgen mangelhafter Integration werden wir noch Jahrzehnte zu tragen haben. Wir brauchen Leitkultur, wir brauchen Integration.
- Schlimmer noch: Die Union rückt nach links – oder nach Deutung einiger CDUler weiter in die Mitte (wo immer da der Unterschied liegt). Was geschieht mit den konservativen Wählern? Es wäre Aufgabe der Union, diese Wählerschichten mithilfe einer konsequent konservativen Politik an sich zu binden.
- Die Gefahr einer neuen Rechtspartei besteht auch in Deutschland, vor allem, solange sich in der CDU grundlegend nichts ändert. Es fehlt die charismatische Persönlichkeit, mit Charisma, Profil und der Fähigkeit, sich jegliche Hanseln und Deppen von DVU, NPD und den pro-Spinnern vom Halse zu halten und intelligente, versierte Politiker aufzubauen und einzubinden. Westerwelle hätte Sympathien und Stimmen der Konservativen gewinnen und einen starken nationalliberalen Flügel seiner Partei aufbauen können. Diese Chance hat er nach der Wahl durch die Causa Steinbach und seinen Türkei-Auftritt unwiederbringlich verspielt. Die Union hat Strukturen und das Potenzial für einen starken konservativen Flügel (Argumente für einen Kampf innerhalb der Union finden sich hier).
- Ein blutdrucksteigernder, aber lesenswerter Rant (vulgo Diatribe) zur Rolle der Presse in der Sache Wilders findet sich bei FF.





