Nov
27
Man möchte ja gar nicht so viel fressen wie man kotzen möchte angesichts dieser Heuchelei. Ganz kurz:
- In Afghanistan herrscht Krieg, also gibt es auch “Kollateralschäden”. Das kann man schön oder weniger schön finden, aber in Afghanistan halten sich diese Schäden – im Vergleich zum Irak – immer noch in sehr engen Grenzen.
- Dort läuft auch niemand mit T-Shirts rum, auf denen “Ich bin Taliban”. Somit ist tendenziell jeder Taliban auch Zivilist, wenn er nicht gerade eine Waffe in der Hand hält.
- Der Angriff fand auf zwei von den Taliban entführte Tanklaster statt. Die wollten den bestimmt nicht an das nächste Waisenhaus spenden. Im Irak und im Libanon der 80er Jahre wurde oft genug vorgeführt, was man mit diesen Gefährten machen kann (kleiner Hinweis, falls es jemand nicht kapiert: “Bumm”).
- Es geht um Informationspolitik. Aber bittschön, das ist kein Computerspiel, das nach erfolgreicher Mission punktgenaue Ergebnisse liefert. Was erwartet man, wenn ohnehin immer die gleichen Verdächtigen gleich schreien, das seien ja alles harmlose Zivilisten gewesen (die Tanklaster entführen, jaja), und von denen einige rein zufällig – zum Selbstschutz, jaja – bewaffnet gewesen seien. Bis heute “vermutet” man 40 Zivilisten. Huhu. So what? Wer die falschen Freunde hat, muss auch die Konsequenzen tragen.
- Macht auch einen tollen Eindruck auf unsere Jungs. Egal, was sie machen, sie machen es verkehrt und die SED-PDS-Linke würde manche der heimkehrenden Soldaten ohnehin gerne vor ordentliche Gerichte zerren. Erschießungskommando oder Arbeitslager geht ja immerhin nicht mehr.
- Der Einsatz in Afghanistan muss sein. Hassen werden uns die Islamisten sowieso, dann können wir Ihnen auch gleich am Hindukusch auf die Füße treten. Peter Struck ist ein Unsympath, aber sein Ausspruch, wir würden am Hindukusch unsere Freiheit verteidigen, gilt nach wie vor.
- Wirklich ätzend ist, dass zuerst Linke, Grüne und SPD-Linke im Bundestag zum Halali auf Jung blasen und die Kanzlerin ihn in der Folge fallen lässt wie eine heiße Kartoffel. Hallo? Geht es noch? Wie soll das denn weitergehen – gibt demnächst die SED die Ministerposten vor? Sicher, Jung hat das Charisma eines Steuerbeamten gehabt, aber da steht er nicht alleine, und das ist auch kein Kriterium, ist ja eine Regierung, keine Boygroup. Also ich wäre dafür, dass jetzt Koch nach Berlin kommt, da hat die Kanzlerin mal was zu tun, im Kabinett entstünde ein wenig konservativer Gegendruck, und dann wird der Herr Westerwelle vielleicht nicht mehr so nassforsch.
Unser Minister zu Guttenberg hat einerseits – verständlicherweise – einen Schlussstrich gezogen, um selber unbeschadet zu bleiben. Er sei aber daran erinnert, dass der nächste Luftangriff bestimmt kommt.





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