Schade aber auch. Es wurde gehofft, dass der neue US-Präsident den Beziehungen zu Europa neue Impulse geben könnte. Gerade nach den Besuchen in Straßburg, Prag und Ankara muss man aber mehr als enttäuscht sein. Drei kurze Anmerkungen.
Einmischen in innereuropäische Angelegenheiten. Was tut man nicht alles für die eine oder andere Luftwaffenbasis in den anatolischen oder kurdischen Bergen. Die Haltung der USA zum EU-Beitritt der Türkei ist bekannt und sei ihnen unbelassen. Nur geht es sie wenig an, und es ist – vorsichtig ausgedrückt – diplomatisch sehr unglücklich, diese Forderung mehrfach vorzubringen. Der Hegemonialanspruch der Bush-Administration blitzt hier ein bisserl durch. Nur die Fassade ist netter.
Das vergessene G-Wort. G wie Genozid. Obama hätte seinen Gastgebern in Ankara deutlicher auf die Füße treten müssen, vor allem nach dem diplomatisch unwürdigen Politbasar um den neuen NATO-Generalsekretär. Sicherlich eine Frage der Mentalität, nicht aber der Höflichkeit. Erinnert an wenig an das Verhältnis zu China oder Russland, wo es die Sozialdemokraten (Steinmeier) für unangebracht halten, Menschenrechte oder Tibet anzusprechen, Angela Merkel dagegen tut das (soll niemand behaupten, ich würde die guten Seiten unserer geliebten Angela Merkel unterschlagen). Die Türken, die ihn vorher nicht mochten, mögen Obama jetzt immer noch nicht.
Atomwaffenfreie Welt. Yes, we can. Würde mir auch gefallen, und der Kimmi aus Pjöngjang und der Mahmud aus Teheran finden das hoffentlich auch ganz cool, von den Kumpels in Pakistan und Indien ganz zu schweigen. Also eine nette Idee, die nur mit einem simplen “Yes, we can” nicht umzusetzen sein wird.
In Zahlen ausgedrückt 0:3. Aber unser Mittelstürmer aus Chicago hat ja noch fast vier Jahre, um einen Ausgleich zu erzielen.





Obama hat zwar in der Türkei das Armenienproblem ganz vorsichtig angesprochen, in Prag hat er aber die ethnische Säuberung der Tschechoslowakei von Deutschen vergessen auch nur anzudeuten.
Über 3 Millionen Vertriebene und 250 000 umgebrachte Deutsche. Die Schuld der Deutschen kennt alle Welt und ist zur eigenen deutschen Schuldideologie geworden. Ich frage mich aber, wo ist der Unterschied der Verbrechen an Deutschen nach 1945 und denen an Armeniern? Es ist wahrscheinlich kein moralischen politisches Prinzip sondern nur ein opportunistisches, das eine zu benennen und das andere nicht. Da gibt es zu diesem Thema auch eine Diskussion im CDU Forum
http://diskussion.cdu.de/forum/thema4/ovr/ile0WHk8h.ovr