Ich mag hier nicht diskutieren, ob Anders Fogh Rasmussen fachlich zum NATO-Generalsekretär geeignet ist oder nicht. Was mich aufregt, ist die Tatsache, dass die Türkei das hier gerne zitierte Brodersche “Recht auf Beleidigtsein” missbraucht, um sich aufzuplustern und sachlich irrelevante Motive anführt, um eine ansonsten recht klare Entscheidung zu blockieren. Dass gerade die “laizistische” Türkei sich hier so weit aus dem Fenster lehnt, ist nur eine kleine Ironie am Rande.
Erdogan betonte in einem Interview, er habe Rasmussen damals gebeten, er möge alle Botschafter der islamischen Länder in Dänemark einladen um ihnen die Situation zu erklären und sich mit ihnen zu beraten, wie man das Problem beseitigen könne. “Doch leider hat er darauf auch nicht positiv reagiert”, so Erdogan.
Einigung über neuen NATO-Generalsekretär vertagt
So gesehen wäre eine Absage an Rasmussen ein nachträglicher Kotau vor der Intoleranz und ein fatales Signal – wenn man trotz mangelnder Motive nur ausreichend beleidigt tut, frisst einem die westliche Welt aus der Hand.
Wie die Sache ausgeht, ist relativ klar. Rasmussen wird Generalsekretär, und die Türkei bekommt einige andere (massive) Zugeständnisse – seien sie finanzieller Art, oder seien sie eine neue schicke Airbase oder ein Teil der NATO-Verwaltung. Die NATO-Staaten haben es doch. Die Türkei scheint sich übrigens gar nicht bewusst zu sein, wie sehr ihre strategische Rolle seit Ende des Kalten Krieges geschrumpft ist…
Solange niemand auf die Idee kommt, den Türken im Gegenzug die EU-Mitgliedschaft anzudienen…





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